Gedicht Ehe

Ein Gedicht über eine zerrüttete Ehe

Warum hast du den Müll heut‘ nicht rausgebracht

und nach dem Raumverlassen das Licht nicht ausgemacht?

Die Zahnpastatube lässt du immer offen

und nach dem Männerabend bist du rotzbesoffen –

das ist Ehe!

 

Seit Jahren hast du kein Geschenk für mich,

und meine Familie lästert über dich!

Wenn ich’s rülpsen hör‘, weiß ich: Du bist da.

Du putzt vielleicht einmal im Jahr –

Das ist Ehe!

 

Warum hab‘ ich mir das angetan?

Früher wollt‘ ich doch so gern nen Mann!

Keiner rechnet mit einer solchen Entwicklung!

Dann noch die eine oder and‘re finanzielle Verwicklung –

bis dass der Tod uns scheidet? Sicher nicht!

 

Doch wer geht den Schritt, unterschreibt Scheidungspapiere,

wenn man lebt im Jetzt und Hiere

und sich das auf der Zunge zergehen lässt:

Die Scheidung gibt uns noch den Rest!

 

Danach sind wir beide richtig arm,

darüber hinaus kommt noch der Torschluss-Alarm

und Einsamkeit macht sich breit.

Einem Neuen eine Chance geben –

wer will schon ne große Enttäuschung erleben?

Ein Gewohnheitstier braucht seine Zeit!

 

Drum wollen wir unsere Entscheidung vertagen

und nicht nach einem and’ren Leben fragen,

denn das Hier und Jetzt ist bequem!

Vielleicht lerne ich irgendwann noch jemand kennen

und möchte mit ihm zum Altar rennen –

lass‘ uns die Dinge einfach gescheh’n!